“Dem Neuen sollte man eine Chance geben!”

Positiv aus Darmstadt mitgenommen: Die Termine der DM Straße I und Bahnmeisterschaften für alle AK! 2012 stehen nun fest. Es sind Naumburg 22.4. und Ohrdruf am 23.6. !
Von Termin: Gleina am 13.10. und einem Antrag, die DM Straße II in 2012 auszurichten, war dagegen im DLV laut Aussage von Manfred Mamontow, der als stellvertretender Direktor Veranstaltungsmanagement und als der Mann für die Details aus Sicht des DLV ebenfalls am Gespräch teilnahm, leider noch nichts vorhanden?
Die Überschrift dieses Berichtes stammt allerdings vom dritten Teilnehmer (den Leiter des Gespräches, Frank Kowalski, hatten wir schon im Vorbericht erwähnt) am Gespräch, welches sich mit Nachteilen, Ausgrenzungsängsten, möglichen Folgen der Kommerzialisierung und eventuellen Unberechenbarkeiten beschäftigte. Hierbei handelte es sich um den Mediendirektor im DLV, Peter Schmitt und die Überschrift war der zusammenfassende Schlußsatz eines über drei Stunden lang intensiv geführten detaillierten Gespräches.
“Dem Neuen sollte man eine Chance geben!”
??? Es fällt, selbst beim positiven Gefühl nach/durch das Gespräch insgesamt, sehr sehr schwer. Während die eine Seite der Petition, mit den Unwägbarkeiten bei der Umstellung von NORMERFÜLLUNG auf RANGLISTE aus Gehersicht ein Luxus-Problem hatte, beteiligte man sich bei der Wertschätzung und Würdigung der Athleten bei den DM intensiv an der Diskussion. Keine übertriebenes Fokussieren auf den oder die Topathleten, Herausstellen und Würdigen aller Medaillengewinner, DAS IST DAS PFUND DER DEUTSCHEN LEICHTATHLETIK; damit kann und soll man wuchern. Würdigen der Finalplatzteilnahme, damit verbunden Um-Ausrichten der Präsentation der Vorkämpfe auf das Ziel der Endkampfteilnahme, um neue Spannungsbögen für die Zuschauer aufzubauen und nicht, wie der Topfavorit locker die Vorläufe meistert, waren einige Denkansätze, die die “Basis” zu vermitteln versuchte und was durchaus Anklang fand und für zukünftige Entscheidungsfindungen notiert wurde.
Das alles änderte aber nichts am Unbehagen der Ausgrenzung von Gehern bei den Meisterschaften.
Das wurde bei den Ausführungen mit Gegen-Beispielen zu die vorgebrachten Begründungen moderat, überzeugend und vereinnahmend von unserer Seite dargestellt. Dabei beschlich den Teilnehmenden immer wieder das Gefühl, es steht ja doch diesbezüglich schon alles fest. Obwohl, die handfesten Argumente dagegen konnten auch nicht alle durch die Vertreter des DLV widerlegt werden. Ein Beispiel:
Begründung: Geringe Teilnehmerzahlen und wenig bis keine Spannung, langer und für die Zuschauer langweilige Wettbewerbe bei den Bahnwettkämpfen, besonders zur DM Nürnberg 2009.
Gegenargument: DM Halle in Leipzig 2011, kurz (15min. Frauen, 21min. Männer) mit einem begeisterten und mitgehenden Publikum, kurzweilig und mit hoher Spannung. In welcher Disziplin konnte das Publikum einenrealen Kampf von ACHT Athleten um die Bronzemedaille noch bewundern und bestaunen?
Alles hier aufzuführen, würde zu weit führen. Jedoch mußte eindeutig festgestellt werden: Was die Athleten bei den reformierten Meisterschaften in den anderen Disziplinen erwartet und was von Ihnen erwartet wird, dass kann man im Halb-Minutentakt eindrucksvoll darstellen. Die ausgegrenzten Geher werden den Event aber nicht aktiv erleben. Und was sie erleben werden, das steht noch nicht einmal in den Sternen. Anfangs geäußerte Hinweise, im Sponsoring ergeben sich dadurch für die Geher neue Möglichkeiten, wurden auf konkrete Nachfrage sofort zurück genommen. Klartext: Wir haben uns, ohne am großen Eventkuchen teilzunehmen, nach den Richtlinien des Eventkuchen zu richten. Spannend bleibt dann aus dieser Sicht: Was bekommt das Fest der Geher, was bekommen wir dann davon ab?
Zum Schluß wurde aus Sicht der Geher und mit der Einsicht, bestimmte Dinge auch respektieren zu müssen, auf vier zu überprüfende Punkte hingewiesen:
1) Bitte um Prüfung, ob die DM in der Halle doch spannend sind und nicht zu lange dauern. Bitte, damit wenigstens überhaupt einen gemeinsamen Bezugspunkt pro Jahr mit der Leichtathletik zu haben.
2) Bitte, die Ausgliederung der Bahnmeisterschaften U18, U20 und auch U23 dringend noch einmal unter zwei Aspekten zu prüfen: Für die Jugendlichen ist das im heranwachsenden Alter bei ihrer Selbstfindung im Verein, in der Gruppe, im Land etc. sich und seine gewählte Disziplin zu präsentieren. Mit dem Ausgliedern der Jugend aus dem Meisterschaftsprogramm kann dem Gehen damit der leistungssportliche Todesstoß in der Leichtathletik gegeben werden! Die Gruppenbildung und Gruppendynamik wird dadurch im Verein schon klar und deutlich verhindert. Die heutigen Spitzen - Talente Charlyne Czychy, Christopher Linke und Hagen Pohle wären als Quereinsteiger unter den zukünftigen Bedingungen nie zum Gehen gekommen. Die dem DLV gut stehenden WM-Titel von Hagen Pohle in der U18 und U20 wären dann nicht zustande gekommen.
3) Die vorgetragene, interessante Idee der Terminbörse im DLV sollte mit einem Pilotprojekt: “Zusammenfassung und Koordinieren überregionaler Wettkämpfe” vor allem zugunsten der Landesverbände und Vereine unter dem Gesichtspunkt der Planungssicherheit in die Praxis geprüft werden.
4) Bitte, bei zukünftigen Darstellungen auch darauf zu achten, dass versteckte Diskriminierungen schon im Vorab ausgeschlossen werden. So wird eines unserer Erfolgsprodukte der letzten Jahre, Mehrkampfmeisterschaften & Hallengehen immer noch so dargestellt, als wären wir (geduldetes) Anhängsel, Was der Begriff: Mehrkampfmeisterschaften mit Bahngehen sugeriert. Gleichberechtigt heißt das besser: DM im Mehrkampf und Gehen!
Nun erst einmal genug. Die Geschehnisse der nächsten Tage und Wochen werden zeigen, ob wir mit unserem Anliegen vielleicht kleine Wimpernschläge von Beachtung oder gar Änderung (weil Besserung) finden?
