Halle bringt es auf 73 Ratingpunkte!
Zum Hallenser Abendsportfest fanden sich gestern auch 34 Geher ein, darunter auch starke leistungs-ambitionierte Potsdamer, Berliner und Sportler aus Erfurt.

Nils Brembach (Potsdam) war wieder einmal mit 113 Punkten für seine 19:55 über 5000m der Beste des Tages. Carsten Schmidt und Marcel Lehmberg (SCC) testeten sich über 10 000m. Der Test verlief mit 41:14 und 41:52 und damit bei beiden über 100 Punkte, gut. Erstmals schaffte der Erfurter Jonathan Hilbert drei Wochen vor Diez die 100 Punkte mit 22:43 über 5000m der M U18.

Ganze 10 Sekunden fehlten Lokalmatador Steffen Borsch (SV Halle) bei seinen 22:07 über 5000m, um die 100 Punkte zu knacken. Beste Leistung weiblich waren die 78 Punkte von Josephine Grandi (Halle) für 3000m in 16:57 der AK W U14. Charlotte Kobus (Potsdam) brachte es in der W U20 auf 76 Punkte für ihre 26:22.
Erwähnenswert auch der Auftritt der vier STARKEN MÄNNER des SV Landsberg. In Halle war wieder Integration pur angesagt. Die vier Landsberger verzichteten dabei auf die bisher obligatorischen 1000m EXTRA und stellten sich dem 3000m-Wettbewerb, um “echte” Geherpokal-Punkte zu erkämpfen. Ein positiver Anfang…
Wie es zukünftig zugehen wird, um “hohe” Rating-Punkte zu erzielen, das zeigte das Abendsportfest in Halle dann auch. In dieser Größenordnung zählen dann sehr gute Leistungen der Veranstaltung mehr! Denn immerhin 7 Athleten, über 20% der Starter erreichten 80 und mehr Punkte. Ist das jetzt unsere Zukunft? Dem Hallenser Sportfest stehen die 73 Punkte im Rating 2012 da bisher ganz gut….
Tut diese Flut uns auch gut?
Nach der Ruhe am Pfingstwochende startet die dezimierte Gehsport - Familie nun in eine Folge von Bahnwettbewerben, vielen Meisterschaften und den 1. Deutschen Bahnmeisterschaften (Gesamt) im Gehen am 24. Juni in Diez als Höhepunkt.
Den Auftakt machte gestern mit einem Mittwoch - Abendsportfest Halle. Die Serie zieht sich jetzt über 5 Wochen bis zum 5. Juli in Gengenbach. Mal sehen, welchem Veranstalter außer Diez es gelingt, mehr als 50 Aktive an sich zu binden? Dabei gibt es nicht nur die in der Geherpokal-Liste aufgeführten Wettkämpfe. Denn dort fehlen zB die Norddeutschen Meisterschaften und La Coruna kommende Woche oder die kurzfristig auf den 17. Juni anberaumten Meisterschaften von Sachsen-Anhalt. Am Wochenende vor den Meisterschaften tummelten sich bisher schon drei Wettkämpfe: Jüterbog, Kaiserslautern und für die Spitze San Giovanni. Wieviele Anhaltiner nun einen Tag vor den Bahnmeisterschaften zum Vergleich nach Jüterbog kommen, das ist völlig offen. Hut ab, vor dem, der das im Interesse der Sache so plant.

Der große Bärenpokal von Worbis wird mangels freier Termine 2012 anläßlich der Thüringer LM auf der Bahn am 30.6. in Leinefelde ausgetragen.
Eine gute Entscheidung der rührigen Worbiser. Damit tragen sie nicht zur Inflation der Wettkämpfe bei. Selbstverständlich ist die Veranstaltung offen, das heißt anderes gesagt, die Thüringer Meisterschaften werden aufgewertet. Und als Angebot steht auch für alle, nach dem 3000m - Wettbewerb noch 2km einfach ran zu hängen und mit zwei offiziellen Zeiten wieder nach Hause zu fahren. Und, der- oder diejenige mit der höchsten Punktzahl wird den großen Bärenpokal im Gepäck haben.

Jan Albrecht (Apoldaer LV) gewann 2008 nicht nur die Tour, siehe Bild, sondern auch den Bärenpokal in Worbis.

Steffen Borsch (damals noch ASV Sangerhausen) gratulierte mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Hatte er doch ein Abonement auf den Pokal, was er auch sonst verwirklichte. Und 2012…?
Wie sieht es denn nach Altersklassen aus?
Unsere zweite Frage bei der Zwischen - Analyse 2012 hatte sich noch ncht mit dem Stand nach Altersklassen beschäftigt. Deshalb lautet nun hier die dritte Frage: Wo ist bisher der “Aderlaß” am größten?


Das sind die aktuell nackten Zahlen (Tatsachen) für 2012 und die Tendenz.
Wir werden 2012 weiter an Nachwuchs verlieren. Zu viele Tatsachen sprechen gegen eine positive Entwicklung. Dabei wird insgesamt der erneute Rückgang im weiblichen Bereich deutlicher ausfallen als männlich. Die schöne breite Pyramide weiblich können wir ad acta legen. Richtigen Sport in der Breite - ohne bei bloßer Teilnahme gleich auf dem Siegerpodest stehen zu müssen - gibt es nur im Bereich M55 bis M74!
Das Angebot an Talenten, sprich, Sportlern bis zur AK15 hat sich in den drei Jahren seit Beendigen meines ständigen Ringens um den Nachwuchs sowohl weiblich als auch männlich halbiert. Der Bereich m/w16 - Erwachsene ist sowohl männlich als auch weiblich stabil. (Zusätzlich profiertiert man etwas von der Abschaffung der AK30 auf Bundesebene).
Deutlich auch der Verlust im Frauenbereich bei den Seniorinnen. Die Einführung der 20km für Seniorinnen vor drei Jahren war eigentlich als (zusätzliche) Maßnahme zur Förderung der 20km bei der DM insgesamt und als LANGSTRECKE für die Seniorinnen gedacht. Leider wurden in dem Zusammenhang aber die 5km - Meisterschaften der über 50-Jährigen gestrichen. Schade. Diese 5km wären bestimmt für einige über Jahre noch ein Anreiz gewesen. So muss man sich (teilweise) über 20km quälen.
Die neue DLO erfordert eine etwas andere Aufstellung der Altersklassen als bisher. Wir haben das in der oben dargestellten Form zugunsten der Hauptklasse geregelt. Damit bleiben alle Zahlen auch in etwa vergleichbar. Leider kenne ich aktuell niemanden, der sich ernsthaft mit Behebung von Fehlern und Auswüchsen der neuen DLO beschäftigt. Ich erinnere in dem Zusammenhang, an die unmöglichen Bedingungen bezüglich der Strecken in der Halle…! Aber da hat man ja zu Genüge mehr als 400x gegen diese komische Festlegung verstoßen.
Ein neuen Ausbund dieser nicht bis zu Ende gedachten Änderungen werden wir nun zu unseren Meisterschaften auf der Bahn in Diez erleben. Mehrere Sportler und Sportlerinnen sind Opfer der ersatzlosen, nicht bis zu Ende durchdachten Streicheritis der AK 30. Konkret sind Martin Gebauer, Kathrin Schulze und Anette Heckman Opfer. Sie haben in diesem Jahr keine Deutsche Meisterschaft auf der Bahn. Nun bin ich bei den beiden Erstgenannten aufgrund meiner Nähe zu Kathrin und Martin befangen, so dass ich mich hier nur mit Anette beschäftige.
Anette Heckmann (SV Otterberg) zählt noch als Neueinsteigerin. Als 34-Jährige begeisterte sie uns dieses Jahr schon in Frankfurt-Kalbach am 21.1. mit 15:16 = 72 Punkten und am 12.5. in Önsbach mit 25:18 = 77 Punkten. Dieser jungen, eigentlich erfolgreichen Dame wird ein Start bei der DM verwehrt. Man beläßt es für die Frauen bei der “alten/neuen harten” Norm von 25 Minuten, streicht aber die AK 30 ersatzlos. In ein paar Monaten !! kann Anette dann in der AK35 gemütlich bei einem Spaziergang die dann erforderliche Norm von weit über 30 Minuten erkriechen. Anreiz zu Leistung? System? Was ist das alles nur für Flickschusterei? Nun, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, und nächstes Jahr vielleicht wieder 10 junge Frauen mit 25-ger Zeiten aufwarten und um Einlaß in die Geherkreise bitten, könnte man ja Abhilfe geschaffen haben:
a) Entweder eine “weichere” Norm von ca. 27 Minuten
b) Sonderregelungen für 30-34 Jährige, wenn diese sich in ihrem Alter noch verdammt schnell um das Stadion-Ovall bewegen können. Das meint Euer Udo Schaeffer, gute Nacht und Schluß für heute…
Durch Anklicken der Tabelle könnt Ihr Euch jede Zahl genau anschauen. Und wir kommen zur zweiten Frage unserer Halbjahres-Analyse: Wie steht es in diesem Jahr mit dem Veranstalter - Rating?
Seit Jahren hält Naumburg die Fahne für gute Gehsportveranstaltungen mit unvergleichbarem Aufwand hoch. Man kann heute mit Fug und Recht behaupten: Naumburg ist die einzige Traditionsveranstaltung Deutschlands im Gehen. Unter keinen Umständen darf auch nur am Erhalt von Naumburg herumgewerkelt oder geschraubt werden. Ihr wißt, wovon ich spreche. Vielen Dank Naumburg!
Diese Aussage soll die vielen Bemühungen anderer, das Gehen in Deutschland zu erhalten, nicht schmälern. Diese Vielzahl von Engagements münden aber ganz einfach nicht in den dauerhaften und notwendigen Erfolg, den wir brauchen, um den Gehsport mit Top-Veranstaltungen weiter nach vorn zu bringen. Im Gegenteil, unsere Ansprüche werden Jahr für Jahr geringer.
In der aktuellen Halbjahres-Auswertung treiben nur Naumburg und die Hallen-DM in Dortmund den Durchschnitt hoch. Die mit viel Mühe erstmals ausgetragene Veranstaltung in Burgbrohl erreicht als Ausrichter der WDM gerade noch den aktuellen Durchschnitt. Ansätze einer Veranstaltung über den regionalen Rahmen hinaus bieten mit 86 bzw. 85 Rating-Punkten die beiden badischen Standorte Achern und Biberach. Viel Liebe zum Detail, Erfahrung und Engagement haben hier 2012 noch einmal zu einem (kurzen?) Aufbäumen geführt. Der Altersdurchschnitt ist trotz einer weniger Lichtblicke - entschuldigt bitte - erschreckend!
Außer Naumburg hat der gesamte ostdeutsche Raum, das (ehemals?) starke Mitteldeutschland, keine halbwegs ansprechende Veranstaltung, gewertet nach Teilnehmerzahlen, zustande bringen können! Harte Worte…! Sie sollen nicht unsere Ausrichter treffen: Halle, Aschersleben, Erfurt, Neukieritzsch, Plauen und Reichenbach (bisher)! Dort wird sich alle Mühe gegeben. Aber leider müssen wir hier zusammenbruchartige Zustände dokumentieren! Wenn, trotz diesem “letzten Häuflein der Aufrechten” mit 40 Teilnehmern, weiter halbwegs ansprechende Veranstaltungen angeboten werden (können), wäre das schon ein Riesenerfolg. Hier muss dringend gegengesteuert werden.
Wir hier haben jahrelang versucht, etwas zu steuern. Haben Interessen in Bahnen gelenkt und einiges erreicht. Das wird jetzt alles vom Winde verweht. Und das, obwohl im Gegenzug die Bewertungsmaßstäbe Jahr für Jahr (alternativlos) nach unten geschraubt wurden. Vielleicht rächt sich das jetzt? Ist es schon zu spät?
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da warb man als Ausrichter guter, großer Veranstalter (DM, Regionalmeisterschaften) mit 200 Teilnehmern! Diese Zeiten sind lange vorbei. Das erreicht aktuell gerade einmal Naumburg (mit nationalen Teilnehmern). Dann wurde im Geherteam unser “Anspruch” auf 100 Teilnehmer für eine würdige Geherpokal-Veranstaltung (herunter-) gesetzt. Das waren ja schon Welten! Aber wir haben uns zu der Zeit gekümmert und versucht, mit unseren bescheidenen Mitteln, einige Dinge in geordnete Bahnen zu lenken (Das brachte Planungssicherheit, Terminschutz, Abstimmung von WK-Terminen).
Auch das ist bekanntlich seit drei Jahren vorbei und ich bemühe mich nun privat darum, Wettkämpfe “zu sammeln”, Versäumnisse aufzudecken, Unzulänglichkeiten abzubauen und diese Statistiken weiter zu führen. In den 3 Jahren wurden vom Anspruch her nun aus 100 Teilnehmern, was 170 und mehr Ratingpunkte brachte, nun 100 Ratingpunkte. Und siehe da, selbst diese nun drei Mal herunter geschraubten Erwartungen werden in diesem Jahr kaum erfüllt! Wie soll man das auch mit 40 - 50 Teilnehmern können?
Was bleibt uns nun noch bis zur Gesamt - Jahresanalyse 2012 aus Sicht der Veranstalter / Ausrichter?
Eine schöne Meisterschaft in Diez und hoffentlich noch ein schönes Jubiläum zur nachträglich bestätigten Meisterschaft in Gleina? Hoffen wir, mit diesen Veranstaltungen (dann weit über dem aktuellen Durchschnitt?), noch etwas auf Schadensbegrenzung? Für Änderungen muss schon etwas mehr passieren, als sich nur auf diese beiden Wettkämpfe freuen…
Siegerfoto´s, Schuhe & Spaß…
…als Nachtrag vom Weltcup in Saransk:

Hier der Fotobeweis! Ein seltenes Foto vom aktiven Mitmarschieren eines überrundeten Gehers! Gemeint ist Christopher Linke in Saransk. Nach etwas “verhaltenem” Beginn drehte er nach seiner Überrundung mächtig auf und bestimmte zum Teil das Tempo des Führungs-Duo (Erokhin, Kirdyapkin).

Siegerschuh Nummer 1: Nike Zoom Streak 3 von Wang Zhen (China) dem Sieger über die 20km in 1:19:13h !

Siegerschuh Nummer 2: Asics Gel Hyperspeed 4 von Elena Lashmanova (Rußland), der überlegenen Siegerin über 20km in 1:27:38h !
Und dann noch einen kleinen Spaß gefunden:

Kleiner Nachtrag aus Kolumbien, komm Geher, komm…. !
Russische Welt im Gehen 10 Wochen vor Olympia in Ordnung
Weil es am ersten Tag des Weltcups in Saransk keinen Einzelsieg gab, wurde schon etwas von “Unzufriedenheit und Schwäche” gemunkelt. Mit Doppelsiegen im Einzel und Gewinn aller Teamwettbewerbe ist für die Russen nun 10 Wochen vor Olympia die (ihre) Welt in Ordnung. Auch wenn zB Diniz und Schwazer fehlten, ist die alte “Hack - Ordnung” wieder hergestellt. Und glaubt mir, das liegt nicht nur daran, was die Athleten zu sich nehmen, auch daran, was sie auf sich nehmen.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang, die Weltrekorde der Olympischen Disziplinen befinden sich auch alle in russischer Hand.

Die bereits in diesem Jahr schon gegangenen 1:25:11h werden wohl nicht als Weltrekord anerkannt werden. Es liegt an den vorgeschriebenen Regularien…

Zweimal in diesem Jahr sind Athleten schon ganz dicht an diesen Fabel-Weltrekord herangekommen. In London werden wir den Weltrekordhalter wohl nicht sehen, zumindest nicht auf der Strecke…? Obwohl, manchmal versteht man russische Regularien nicht. Es kann auch eine Qual sein, aus einer großen Gruppe sehr guter Athleten immer die besten Sportler herauszufinden.

Diese Superleistung erlangt auch noch vier Jahre danach meine allergrößte Hochachtung. Die Art und Weise, wie die Russen allerdings ihren Doppelsieg in Saransk ergingen, deutet noch auf viele Reserven nach oben hin.
Übrigens, wußtet ihr, der Erfolg von Nizhegorodov wurde nicht nur versilbert, nein, richtig vergoldet. Endlich mal wurde damals ein Geher für seine Leiden richtig entschädigt. Als Challenge-Sieger bekam Denis 30 000 Dollar und für seinen Weltrekord 50 000 Dollar oben drauf. Das war doch ganz schön viel für: “Walk in the Park!”
Mal in eigener Sache…
… aus dem Briefkasten gefischt:
Ja, hatte ich schon gesehen. Seine Homepage gehört zu meinen Standard-Seiten, die aufgehen, wenn ich meinen Firefox starte. Ist schon enorm, was er da alles an Arbeit leistet.
Bis demnächst, Gruß Steffen
——-Ursprüngliche Nachricht——-
Von: Klaus Dietsche [mailto:Klaus.Dietsche@GROETZ.DE]
Gesendet: Dienstag, 22. Mai 2012 16:02
An: Steffen Meyer
Cc: udscha1950@gmx.de
Betreff: Berglauf WM in Bühlertal, Beitrag von Udo Schaeffer
Hallo Steffen, hast du schon den tollen Bericht von Udo gesehen??? Super, wie Udo das immer in kürzester Zeit macht!! Ganz dickes Kompliment von mir!!! Wir sehen uns!! Bis dann, Klaus
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Dietsche
Tour - Rückmeldungen einfach ins Net gestellt

Immer zu haben, immer zuverlässig und verbindlich ! Ist das ein Vorbild? Dick Gnauck (Asv Sangerhausen) meldet sich zu Wort:
Ein grosses Dankeschoen nocheinmal an alle Organisatoren der Deutschlandtour .
Es war fuer mich eine willkommene Abwechslung zwischen Feiern und dem Wettkampf danach.
Fuer die, leider sinkenden, Teilnehmerzahlen, kann der Veranstalter nichts. Es muessen irgendwann die Hauptverantwortlichen fuer unseren Sport zur Rechenschaft gezogen werden, wahrscheinlich aber erst dann, wenn alles zu spaet ist und mehrere Kinder in den Brunnen gefallen sind.Mehr koennen wir als Senioren, welche wir jedes Jahr unsere Leistungen national und international praesentieren und hoffentlich dadurch Vorbild fuer die Kinder und Jugendlichen sind, nicht machen.
In diesem Sinne auf ein neues 2013.
Liebe Grüße Dick Gnauck


Mister Zuverlässig, Dick Gnauck, beim LIGA-Finale 2010 in Langenhagen.
1. Frage: Wieviele Gehsport - Athleten sind wir eigentlich noch? Diese Liste könnt ihr anklicken und Euch 120 Namen reinziehen!
Tja, das ist die erste Frage bei der großen Halbjahresanalyse. Das sehr viel kaputt geht, es langsam an die Substanz geht, das ist allgemein bekannt. Es wird auch ab und zu in Nebensätzen erwähnt.
Doch wie dramatisch ist die Lage wirklich? Wir hatten uns in den ersten 10 Jahren des neuen Jahrhunderts sehr bemüht. Als Mitglied, später als Präsident des GEHER-TEAM Deutschland e.V., hatte ich mich auch mitverantwortlich für die allgemeine Entwicklung des Gehsports gefühlt. Und wir hatten da sehr viel erreicht. Mit vielen Initiativen und persönlichen Gesprächen fanden wir immer mehr Interessierte für unsere Randdisziplin in der Leichtathletik und für das damals “erneuerte GEHER-TEAM”. Die Zahl aktiver Geher stieg stetig von ca. 380 bis auf 550 im Jahre 2009. Dabei war noch mehr möglich! Aber… Wir hatten zwar sehr viele Anhänger und viele die das (passiv) akzeptierten, aber einige, die durchaus gegensteuerten bzw. sogar Besseres und Größeres verhinderten. Das war auch der Grund, warum ich 2009 als Präsident zurücktrat (leider verstanden das einige nicht als Warnschuß?) und 2010 sogar aus dem GEHER-TEAM austrat.
Die letzte gut gemeinte, gemeinsame Aktion für das Gehen als Wettkampfsport einschließlich Bereich Leistungssport, das war das S.O.S. im Gehen von Ehrenpräsident Hans-Joachim Pathus. Es wurde totgeschwiegen ohne beerdigt zu werden. Das unbeantwortete Schreiben und die folgende mißlungene Aufarbeitung waren der Anlaß für den Austritt. Nun schreibe auch ich hier S.O.S.! S.O.S. für die Teilnehmerzahlen und damit dann für das gesamte Gehen. Mit einer Veranstaltungs-Substanz von durchschnittlich unter 50 Sportler läßt sich nämlich nichts mehr auf Dauer organisieren. Wir können damit nicht mal mehr Kampfrichter bezahlen, von anderen Dingen ganz zu schweigen. Bereits im Jahr 2010 sank (mangels der sonst vielen Ankurbelungsversuche) die Teilnehmerzahl interessierter Geher bereits von 550 auf 464 Sportler!
Grund genug, sich dafür und damit näher zu beschäftigen, sowohl nach Altersklassen, Vereinen, Regionen als auch insgesamt. Ja, die Daten liegen detailliert vor. Doch wen interessiert´s? Wer zieht Schlußfolgerungen? Wer will mehr dazu wissen? Zumindest diejenigen, die bis hierhin gelesen haben.
Warum schlage ich nun Alarm? 2012 kann die Gesamtzahl der Geher erstmals seit Ende der Neunziger Jahre wieder auf unter 400 Sportler sinken! Bereits 2011 bröckelte es nach dem Riesenabsacker von 2010 weiter. Zwar stießen im Jahr 2011 immerhin noch 92 Geher neu zur Szene, aber 128 Geher gingen uns verloren (…davon). Und selbst die 435 Geher von 2011 werden wohl nicht das Ende der Fahnenstange (nach unten) sein. Deshalb schlagen alle Glocken bei mir längst Alarm!
Meine aktuelle Teilnehmerliste (bei der so viele Veranstaltungen wie noch nie erfaßt wurden) bringt es gerade einmal auf bisher 344 Athleten für 2012! Da sind die 50 Neueinsteiger von 2012 aber schon mit dabei! Der Beitrag beginnt mit einer Liste von 120 Namen. Es bleiben 120 Athleten übrig, die aus unterschiedlichsten Gründen 2012 noch keinen Wettkampf bestritten. Die meisten Sportler der Liste werden damit dem Gehsport für immer den Rücken kehren. 120 minus und 50 Neueinsteiger plus würde zum Ende der Saison ein weiteres Minus von 70 Athleten bringen. Wie lange halten wir, hält der Gehsport und hier vor allem die Organisatoren, das noch aus? Wann wird die nächsten Landes-Meisterschaft mangels Beteiligung gestrichen, Altersklassen zusammengelegt, Veranstaltungen mangels Teilnehmerzahlen abgesagt? Ist das nur noch eine Frage der Zeit?
Ich möchte mit diesem Beitrag nicht die vielen kleinen Einzel-Initiatoren vor den Kopf stoßen, die im Mikrokosmos auch etwas erreicht haben! Gerade das zeigt ja, es gibt Möglichkeiten! Vielen Dank für jede Initiative. Vielen Dank für jeden gewonnenen Sportler. Unter den aktuellen Umständen verlaufen aber alle Aktivitäten im Sande. Welche Mühe zB war notwendig, in Burgbrohl einen Wettkampf zu organisieren? Wieviel Kraft wurde in die Formierung einer Geher-Jugendmannschaft (für die DM in Naumburg) in München gesteckt? Wieviel Zeit dauerten die Absprachen zur Zusammenarbeit mit Österreich? Welchen Erfolg haben die vielen kleinen Aktionen, die die Neuaktiven im GEHER-TEAM, vor allem um die Familie Pohle, leisten? Fragen über Fragen!
Selbst die noch “gut ausgestattete Deutschland-Tour” steht in Frage. Zwar konnte man wieder mit 34 Starter an allen Tagen einen festen Stamm ausmachen, der auch in Wahrheit (durch “objektive” Umstände geschmälert) noch etwas größer ist, aber nur zusätzliche 12, 6 bzw. 9 Athleten nutzten an den drei Tagen auch die Zusatz-Möglichkeit eines Startes. Bei solchen Feldern steht auch 2013 die Tour echt in Frage. Auch da sind nun klare Bekenntnisse “pro Tour” gefragt.
Die Fragen richten sich alle nach dem Großen und Ganzen! Wer hat den Hut auf, wer organisiert wofür und warum tun wir das alles? Denn imm Großen und Ganzen kann dann jeder seinen Platz finden oder ihm auch zuteilen, die Arbeit würdigen und auch Entwicklungen aufzeigen. Dieser strategische Ansatz fehlt aktuell im Deutschen Gehsport völlig. Da wir so schon am Rande der Szene meist ums nackte Überleben kämpfen, von Meisterschaften ausgeschlossen werden, traditionelle Zugänge und Organisationsstrukturen fehlen, wird der anarchische Zustand aktuell noch die objektiven Vorgänge befördern. Damit ist es leider schade um alle Initiativen und es wird auch schade um meine Bemühungen. Die erste Frage der Analyse wird zusammengefaßt beantwortet mit: S. O. S. !
Bis zur letzten Chance…
… und die ist in Bergen / Norwegen!

Nach dem 8. Juli fällt endgültig die Klappe. Unabhängig, wann die Verbände ihren Qualifikationszeitraum beenden, das ist die letzte auch international anerkannte Möglichkeit, sich noch für London zu qualifizieren. Die Veranstalter um die frühere Weltklasse-Geherin Kjersti Plätzer haben sogar Preisgeld ausgelobt und den Beginn der Veranstaltung auf 17 Uhr gesetzt. Wenn dann nichts mehr geht, dann geht gar nichts mehr!
Es ist Halbzeit bei der großen Rangliste 2012
Über 50 Veranstaltungen insgesamt werden 2012 ausgewertet, damit jeder Athlet mit möglichst guten sechs Wettkämpfen in die Wertung kommt. Nach der Deutschland-Tour wird es Zeit eine “Nabelschau” bei Halbzeit vorzunehmen. Die nachfolgenden Daten sind der Ausgangspunkt - auch für die kommenden Analysen in den nächsten Tagen.








Nun gibt es auch die Texte zu den Foto´s!
Keine Mühe gescheut, und hoffentlich nicht viel vergessen! Die fünf Baustellen - siehe vorher - sind nun beseitigt und ihr könnt mit Hilfe der Texte noch einmal die Tour 2012 Revue passieren lassen. Bleibt weiter schön neugierig…
Die Tour - Teilnehmer profitieren in der LIGA

Drei zweite Plätze bei den Touretappen bringen SV Halle die Führung in der LIGA-Wertung. Drei Siege in Folge befördern erwartungsgemäß die LG Vogtland auf den 2.Platz. Aber auch die 2. Mannschaften der beiden neuen führenden Vereine, sowie PSV Berlin, Breitenbrunn, Sangerhausen und Diez bringen die Tour-Platzierungen weit nach vorn. Verdient. Denn diese Vereine haben sich drei Mal hintereinander dem Starter auch gestellt! Hätte und könnte zählen da nicht. Selbst Einzelstarter konnten aufgrund der geringeren Gesamt-Beteiligung bei den Tour-Etappen noch Punkte für ihren Verein einfahren. Bei 34 Tour-Teilnehmern, die alle drei Etappen bestritten, waren unerwartet wenige 46, 40 bzw. 43 Teilnehmer an den drei Tagen insgesamt am Start. Wir müssen wohl in Zukunft mit Teilnehmerzahlen um 50 Athleten zufrieden werden? Dazu mehr in der großen Pfingst-Analyse.
Auch am Sonntag in Reichenbach gab es zum Abschluß der Tour LIGA-Punkte.
Dieses Mal war der Erfolg der Vogtländer nicht so eindeutig wie an den vorangegangenen Tagen. Zwischen Platz 1-3 (Halle und PSV Berlin) lagen nur 14 Punkte. In der Breite demonstrierte man jedoch die gewohnte Stärke. 53 Punkte reichten bei der LG Vogtland, um gerade noch so in die II. Mannschaft zu kommen, die Platz 4 belegte. Auch das II.Team von PSV Berlin konnte punkten, da zum Abschluß noch vier weitere Berliner den Weg ins Vogtland fanden.
Wir arbeiten hier Stück für Stück ein Fakt nach dem anderen auf, denn durch die Tour hat sich doch einiges in Sachen Gehen und Geherpokal getan.
Die unbestechlichen analytischen Zahlen zur Entwicklung des Gehsports in Deutschland allgemein gibt es dann zu und nach Pfingsten….




